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La soirée slam? – C`était bien!


Französisch-deutscher Poetry-Slam-Abend am THG

„Wie aufregend!“ – „Je pense aussi.“ – „Tant de gens!“ – „Unglaublich!“ – die Vorfreude stieg in der THG-Aula, endlich war es soweit: Bienvenue à la soirée slam!
Eingeladen zum französisch-deutschen Poetry-Slam Abend am Theodor-Heuss-Gymnasium hatten die Französisch-bilingual Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 und der Kursstufe 1 und ihre Austauschpartner der AbiBac Schule „Cité scolaire internationale“ aus Grenoble. Eine Woche lang hatten sie gemeinsam am Projekt „De la poésie au slam“ gearbeitet. „Erst einmal haben wir gelernt, was Poetry Slam eigentlich ist“, erzählt Lejla Kuč. „Zwei Profi-Slammer haben uns genau erklärt, worauf es dabei ankommt und wie man mit Worten spielen kann.“  Ins Schreiben zu kommen, war erst gar nicht so einfach, aber im Team ging es schließlich doch – und das auf Deutsch und auf Französisch! „Wir wollten ja nicht einfach irgendwie irgendwas schreiben, das sich dann vielleicht ein bisschen nach was anhört“, sagt Annika Grau im Rückblick. „Wir wollten unser Publikum zum Nachdenken bringen“, führt Alena Losgar weiter aus, „aber es natürlich auch unterhalten.“ Selma Halilagić muss auch im Nachhinein noch lachen: „Es gab einen Beitrag, der hieß einfach „Le bus - Der Bus“. Der hat davon erzählt, wie es ist Bus zu fahren und worüber man sich dabei so alles beschweren kann.“ Ernster wurde es bei einem Beitrag, der einen Blick in die politische Zukunft Deutschlands und Frankreichs wagte; gesellschaftskritisch wurde das Thema „Mauern“ betrachtet, zur Psychologie tendierte „conscience – Gewissen“ – und das alles mal auf Deutsch, mal auf Französisch. Was dem begeisterten Publikum so spielerisch leicht vorgetragen wurde, war das Ergebnis harter Arbeit. „Wir haben unsere Texte immer wieder überarbeitet und viel geübt, schließlich sollten wir sie ja ganz frei vortragen können“, berichtet Naomi Maronić. „Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und uns dadurch als deutsch-französische Gruppe richtig gut kennen lernen können.“
Ganz fremd waren sich die Schülerinnen und Schüler zuvor nicht gewesen. Seit mittlerweile sechs Jahren findet am THG im Rahmen des Französisch-bilingual-Zuges der Austausch mit Grenoble statt. Jedes Jahr besuchen sich die Gruppen, in dem einen Jahr in Grenoble, im anderen in Esslingen; so lernen die Zehntklässler ihre Partner kennen, die sie im Jahr darauf als Kurstufenschüler wiedersehen. Zwei Wochen dauert der Besuch jeweils: in der einen Woche wird gemeinsam an einem Projekt gearbeitet, in der anderen Woche wird ein Bogy-Praktikum absolviert. In diesem Jahr machten das die Gäste aus Grenoble unter anderem bei der Esslinger Zeitung, in einer Autowerkstatt, bei der Lazi-Akademie oder bei CeramTec in Plochingen.
In dieser Bogy-Woche konnten sich die Eindrücke und Ergebnisse der Projektwoche weiter festigen, und so wurde an dem Abend in der THG-Aula aus deutsch-französischen Worten, Gedanken, Textbausteinen ein slam – et c´était bien! Vraiment fantastique!

Fotos: Thomas Szücs, Text: Carmen Große