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Die Mittelstufen-Theater-AG präsentierte


Momo

„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigstens denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Das Geheimnis ist die Zeit.

Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt.

Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“

(zitiert nach: Michael Ende: Momo. Stuttgart 2005, Seite 61)

„Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ – so lautet der vollständige Titel des Märchen-Romans von Michael Ende. Und damit ist schon einiges verraten – aber längst noch nicht alles! Um herauszufinden, wer und was genau alles zu dieser „seltsame[n] Geschichte“ dazugehört, hatte sich ein großes Publikum in der THG-Aula versammelt. „Macht euch gefasst auf einen Kampf gegen die Zeit …“ wehte ihm auf dem Programmblatt entgegen; die Mittelstufen-Theater-AG unter der Regie von Malte Bürgel kündigte diesen Kampf beherzt an und nahm ihn mit großem Engagement auf. Die begeisterten Zuschauer erlebten mit, welch schönes Leben Momo und ihre Freunde führen: Viel Zeit verbringen sie zusammen, sie helfen einander, sie spielen und lachen miteinander, erzählen sich Geschichten, sind füreinander da – bis eines Tages die Grauen Herren der Zeitsparkasse erscheinen und eine Rechnung aufstellen, wo und wie Zeit gespart werden kann. Doch diese Rechnung stellen sie allein zu ihren Gunsten an, denn ihr gemeiner Plan ist es, den Menschen Zeit zu stehlen. Das gelingt ihnen nach und nach: Plötzlich muss alles schnell, schnell gehen, kaum einer hat mehr Zeit, nur Momo nimmt sie sich nach wie vor, sehr zum Ärger der Grauen Herren, die Momo aus dem Weg schaffen wollen. Mit Hilfe von Kassiopeia, einer Schildkröte, und Meister Hora gelingt es Momo jedoch, die immer schneller tickende Uhr anzuhalten und ihre Freunde aus dem hektischen Strudel der Zeit zu reißen – und damit aus den Klauen der Grauen Herren.

Wie im Flug verging die wunderschöne Aufführung; zurück blieben herzlich klatschende Zuschauer, nachdenklich geworden über den eigenen Zeitkonsum und Zeitvertreib und bestärkt in der Ansicht: „[…] Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“

 

Text und Fotos: Carmen Große